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Öffnungszeiten:

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Sonntag: 13 – 17h

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Inhaltlich befasst sich M. Dréa in der aktuellen Ausstellung vor allem mit Tieren und Pflanzen. Ihr geht es dabei nicht nur um eine getreue Abbildung, sondern um eine künstlerische Umsetzung und Charakterisierung. Viele der erwähnten Sujets zeichnet sie aus dem Gedächtnis. Dabei beruft sie sich auf ihren unermesslichen Fundus an Erinnerungen. Es gelingt ihr, in wenigen virtuos gesetzten Linien bzw. Flächen die charakteristischen Züge der Tiere und Pflanzen piktogrammhaft wieder zu geben. Sie erreicht so trotz eimem Minimum an eingesetzten Mitteln ein Maximum an Aussage. Gekonnt spielt sie mit der alten Technik des positiv und negativ Zeichnens, ähnlich wie wir es von antiken griechischen Vasen kennen. Durch das geometrische Aneinanderreihen und Gruppieren der einzelnen kleinen Bilder entsteht ein Rhythmus, der eine Leichtigkeit vermittelt. So entsteht teilweise eine schon fast als textil zu bezeichnende Allover-Wirkung. Ihre Materialien sind Papier sowie Tusche und Acryl; darin hat sie über die Jahre eine meisterliche Sensibilität und Virtuosität entwickelt.

Die Skulpturen der Bildhauerin Claudine Leroy, die grössten Teils in Bronze gegossen werden, zeichnen sich durch ihre vollen und sinnlichen Formen aus. Der Ursprung ihrer früheren Arbeiten war der weibliche Körper, der mit den Jahren eine sehr starke Abstraktion erfahren hat, bis die daraus abgeleiteten Formen ihre eigene Identität erlangt haben. Kraftvoll und gleichzeitig sehr harmonisch präsentieren sich Leroys Skulpturen. Sowohl die kleineren Bronzearbeiten wie auch die über Menschen grossen Skulpturen aus Polyesterharz, von denen in der aktuellen Ausstellung auch eine zu sehen ist. Sehr eindrücklich ist die Vielfalt der verschiedenen Bronzepatinas; sie reichen von dunklem Blau über Grün- und Brauntönen bis hin zu Mahagonirot. Waren ihre früheren abstrakten Werke vor allem durch ihre fast kompakten und teilweise schweren Formen gekennzeichnet, so wirken ihre neuesten Arbeiten leichter und filigraner. Die einst so geschlossenen Körper, die nur zum Teil durch  Öffnungen unterbrochen wurden, und deren Wirkung eher eine statische war, haben sich zu dynamischen Skulpturen entwickelt. Sich ähnelnde Elemente werden einem Balanceakt gleichend zusammengefügt. Rhythmus wird offensichtlich. Der Gesamteindruck ist leichter und beschwingter geworden. Teilweise hat man den Eindruck, dass die Skulpturen schweben, stehen sie doch auf ?Füssen? und widerlegen so die Gesetze der Schwerkraft. Dem Betrachter wird es ermöglicht, den Werdegang einer Skulptur zu erkennen, da die einzelnen Elemente und der Arbeitsweg ablesbar sind; dies ist zweifellos ein weiteres Qualitätsmerkmal von Leroys Schaffen. Was immer wieder verblüfft, sind ihre traumwandlerische Sicherheit im Umgang mit Formen und ihr Materialbewusstsein. Eine spannende Ausstellung, deren Werke Kraft und Sinnlichkeit beispielhaft verschmelzen lassen.